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Lichtströme

Veröffentlicht am 29. August 2021 um 17:19

Gezeiten, Polarlichter und ein verlorenes Schaf.

Am Freitag machen wir uns wieder auf den Weg. Wir wollen uns heute die stärksten Gezeitenströme der Welt in „Saltstraumen“ anschauen. Wir sind ein bisschen unter Zeitdruck, da diese nur zum Wechsel von Ebbe und Flut zu sehen sind, aber wir schaffen es gerade noch rechtzeitig, das Spektakel anzuschauen, als es in vollem Gange ist.

Durch einen 2,5 Kilometer langen und etwa 150 Meter breiten Sund strömen im Wechsel der Gezeiten fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser. Der Strom erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h, an seinem Rand entstehen gewaltige Strudel. Sie können einen Durchmesser von bis zu 10 Metern erreichen und mehr als 4 Meter in die Tiefe reichen.

Wir machen noch einen Spaziergang durch den Ort und schauen den Enten beim Tauchen zu. Die lassen sich von der Strömung wenig beeinflussen und auch Boote fahren mitten durch den Strom. Die Kulisse ist einfach der Hammer, seht Ihr diese krassen Bergkette im Hintergrund?

Nach einer ganzen Weile begeben wir uns dann auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. In der Nähe von „Misvaer“ werden wir am Rande eines Nationalparks fündig, wo wir schon bald von einem etwas aggressiv wirkenden Schaf begrüßt werden.

Das Schaf stapft direkt auf mich zu und ich habe zuerst ein bisschen Angst vor ihm. Aber eigentlich wirkt es eher etwas verloren, so wie es die ganze Zeit laut mähend umher irrt. Ich stelle ihm eine Schale mit Wasser hin, die es aber nicht interessiert. Es zieht seiner Wege und kommt uns gelegentlich besuchen. Ich fange an, es zu mögen!

In der Nacht passiert dann plötzlich das, wofür wir so weit in den Norden gereist sind. Ganz unverhofft macht sich am Himmel ein Nebelschweif bemerkbar, der sich über den ganzen Horizont ausbreitet und grünlich schimmernd zu tanzen beginnt. Wow, Polarlichter!

Obwohl es ziemlich kalt ist, schauen wir dem Treiben eine ganze Weile zu. Ich fühle mich richtig klein und kann gar nicht alles mit dem Auge erfassen, was da gerade am Himmel passiert. Die Lichter sind verhältnismäßig noch schwach und der Himmel sehr hell, es ist wirklich Wahnsinn, dass wir die Lichter zu diesen Bedingungen so gut sehen können! Ich bin völlig beeindruckt und finde, der Weg hier hoch hat sich definitiv gelohnt! Auch, wenn die blöde Heizung nicht funktioniert…

 

Wir beschließen das Wochenende bis zu unserem Termin hier zu bleiben. Wir stehen in der Nähe eines schönen Flusses und genießen die Nähe zur Natur.

In der Nacht zum Samstag passiert es dann, die Temperaturen rutschen unter die 5 Grad Marke und: der Frostwächter löst aus! Der gesamte Inhalt des Warmwasserboilers (15 Liter) läuft unter das Auto und auch unser Wassertank ist damit leer. Na, super! Zum Glück stehen wir an einem Fluss mit klarem Wasser, von dem wir nun unseren Tank wieder auffüllen. Danke, Fluss!

Am Nachmittag kommt noch ein Norweger mit seinem Hund vorbei und wir kommen ins Gespräch. Er fragt uns, ob wir Pilze mögen und schenkt uns daraufhin eine kleine Tüte mit Pfifferlingen, die er bei seinem Spaziergang frisch gesammelt hat. Gerade, weil wir uns nicht zutrauen selbst Pilze zu sammeln, freuen wir uns noch mehr über dieses nette Geschenk! 

Abends wird es wieder ziemlich kalt, also machen wir es auf die altmodische Art und gehen Holz sammeln für ein kleines Lagerfeuer.

Das restliche Wochenende passiert bei uns nicht mehr viel. Der Frostwächter löst glücklicherweise nicht nochmal aus und wir schaffen es, uns einigermaßen warm zu halten. Trotzdem wird es langsam Zeit, dass die Heizung wieder läuft, denn die Temperaturen sinken weiter. Wir hoffen sehr, dass uns die Werkstatt am Montag helfen kann!


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